Verkehrspolitische Radführung in Lippetal vom 8.8.20

Verkehrspolitische Fachkunde in Lippetal gefragt

Die Einladung des Bürgermeisters Matthias Lürbke (parteilos) an den ADFC, demnächst in den politischen Gremien der Gemeinde, Möglichkeiten der Verkehrsgestaltung vorzustellen, war ein Ergebnis der vierstündigen radverkehrspolitischen Führung am bisher heißesten Tag, den 8. August 2020. Parteiübergreifend waren Mitglieder des Gemeinderates und der Grünen-Kreistagsfraktion auf Einladung von Wiebke Mohrmann von den Lippetaler Grünen gekommen, um Gefahrenstellen und Vorschläge für den Alltagsverkehr mit Christian Steinhaus (Lippetaler ADFC-Sprecher) und Manfred Scholz (Verkehrsexperte ADFC Soest) und vier weiteren ADFC-Mitgliedern der Kreisgruppe Soest zu diskutieren.

Manfred Scholz (6. v. links, rechts daneben blaues Hemd: Klaus Kabst (2ter Vorsitzender ADFC Soest) und weißes Hemd: Christian Steinhaus (ADFC Sprecher Lippetal), vorne rechts mit dem Rad: Wiebke Mohrmann, Lippetaler Grünenkandidatin) erläutert den Gefahrenpunkt für Radreisende und Bevölkerung – Hultroper Straße Ende des kombinierten Fuß-Radweges kurz vor Ortseingang Oestinghausen, Einmündung Deilweg nach Hovestadt Ortsausgang Tempo 100 km/h erlaubt, Radverkehr quert mit Querungshilfe (Beginn Bodenmarkierung) auf den linksseitig geführten Radweg.

Vorausgegangen war der offene Leserbrief von Christian Steinhaus vom 23.6. zur Berücksichtigung von Belangen des Radverkehrs, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, die im Alltag Wege zur Schule oder Kindertagesstätte zurücklegen. Der Bürgermeister machte durch seine Beiträge und Anwesenheit in seiner Freizeit deutlich, dass ihm die Gemeinde und die Sicherheit, Aufenthaltsqualität und der Verkehr im Gemeindegebiet sehr wichtig sind. Er informierte über laufende Planungsvorhaben im Gemeindegebiet und sprach von laufenden Verhandlungen mit anderen Verkehrsträgern wie Straßen NRW oder dem Kreis Soest, die sowohl innerorts wie außerorts über die Gestaltung ihrer Straßen entscheiden. Mehr dazu lesen...

Offene Briefe 2020

An die Gemeinde Lippetal und Fraktionen sowie die regionale Presse von Christian Steinhaus, Lippetal

 

Geht es ums Auto gerechte Dorf?

Als ADFC-Tourenleiter, Senioren-Radtourenfahrer beim Kleeblatt und bis vor 2 Jahren Alltagsradler von Herzfeld nach Beckum zur Arbeit, bringe ich mich anlässlich der Berichterstattung zur Verkehrsplanung vor dem Herzfelder Schulzentrum ein.

Geht es wirklich ums Auto gerechte Dorf? Dieser Gedanke kam mir in den Sinn, als ich Ihren Artikel zur Verkehrssituation im Ortsteil Herzfeld gelesen habe. Ich dachte, diese Gedanken seien längst weiterentwickelt zugunsten einer inklusiven Verkehrsraumbetrachtung.

1000 Schüler in der Lippetal-Schule, der Bau einer neuen Kindertagesstätte an gleicher Stelle, Zunahme von Eltern, die Schüler bringen und holen, bestehende Parkprobleme im Dorf vor Geschäften. Das braucht wirklich gründliche Überlegungen zur Aufteilung von Verkehrsraum. Ich habe nichts gegen Kreisverkehre bzw. Einbahnstraßen, die für Radfahrern in beiden Richtungen geöffnet werden. Wo bleiben die Interessen der Radfahrer darüber hinaus? Jetzt ist die Chance, hier breiter zu denken und zu planen.

Im Artikel geht es um Vorrang für Parkraumschaffung und Verkehrsfluß für motorisierte Fahrzeuge. Sicherlich, es gibt den jährlich Lippetaler Fahrradthon und eine gute Ausschilderung von touristischen Fahrstrecken. Hier ist Gutes für den Fahrradverkehr passiert. Der Alltagsradler, der zum Einkaufen bzw. zur Schule fährt, will auf sicheren Wegen fahren, wo er nicht abgedrängt wird und sein Rad sicher abschließen kann. Wo finden die Belange dieser Radfahrer und Fußgänger Berücksichtigung?

  • Vor Herzfelder Geschäften und vor dem Rathaus gibt es keine vom ADFC empfohlene sichere Fahrradabstellanlage. Die gibt es allerdings vor dem neuen Aldi in Oestinghausen.
  • Radwege gibt es nur im Bereich der Lippebrücke. Hier sind die Ein- und Ausfahrten von der Straße auf den Radweg und umgekehrt nicht markiert und erzeugen gefährliche Situationen.
  • Auf allen anderen Straßen können Radfahrer bei Gegenverkehr und dem vorgeschriebenen Überholabstand von 1,50m nicht überholt werden. Die Alltagserfahrung ist allerdings eine andere.

Ich fordere eine sichere Verkehrsführung für Radfahrer, insbesondere für Rad fahrende Schüler und Senioren. Dass die fehlt, fällt besonders zu Verkehrsstoßzeiten morgens und nachmittags auf. Eine gute Fahrrad Infrastruktur erzeugt mehr Radverkehr und reduziert Unfälle und Emissionen, dient der Gesundheit. Leider kann man die Hauptverkehrsstraßen vor dem Schulzentrum und um den Kreisverkehr für den Radverkehr nicht empfehlen. 

Wenn Straßen NRW und die Gemeinde Lippetal jetzt den Verkehrsraum neu planen, gilt es die Interessen zukunftsgewandt ALLER Verkehrtsteilnehmer zu berücksichtigen. Dazu wurde die Expertise des ADFC-Soest bisher nicht - wie in einigen umliegenden Gemeinden - angefragt und einbezogen.    

An die Stadt Lippstadt, die Fraktionen von CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke, BG, CDL und Zeitungen Der Patriot, Lippstadt am Sonntag, Wochentipp von Christian Ringel, Lippstadt

Mehr Tempo im Radverkehr!

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

bei der letzten BUVA-Sitzung stand auch das Thema Ampelschaltungen (LSA) auf der Tagesordnung.

Für die Auswahl von Kreuzungen zum Einsatz alternativer Anforderungssysteme für den Radverkehr werden seitens der Stadt Lippstadt Verkehrszählungen als zwingend angesehen, die momentan aufgrund der Corona-Pandemie jedoch nicht repräsentativ sind. Das ist plausibel.

Dies würde jedoch zu einer weiteren Verzögerung bei der dringend benötigten klimafreundlichen Umgestaltung des Straßenverkehrs führen.

 

Um eine Corona-bedingte Verzögerung zu vermeiden, ist es aus unserer Sicht jetzt notwendig, mit der fahrradfreundlichen Optimierung der LSA für die im VEP Klimafreundliche Mobilität vorgeschlagenen Rad-Komfortrouten zu beginnen.

Bei der Erstellung des VEP wurde ja bereits die Bedeutung dieser Routen für den Radverkehr betrachtet (Ziel: Verbesserung der Anbindung der Stadtteile an die Kernstadt, um eine weitere Verlagerung vom motorisierten Individualverkehr zum Radverkehr zu erzielen).

An einer der fünf vorgeschlagenen Komfortrouten könnte der Einsatz von Wärmebildkameras getestet werden, hierfür könnten die RadWelle aus Oberhausen oder das Oldenburger Modell (s. Anlage) als Muster dienen. Ggf. können hierfür auch Fördergelder in Anspruch genommen werden.

 

Anstatt 50.000 Euro für Untersuchungen an Ampeln auszugeben, könnte man davon schon die ersten LSA fahrradfreundlich umrüsten. Bei Kreuzungen in der Zuständigkeit von Straßen.NRW wird ein Großteil der Kosten sogar noch von dieser Behörde getragen.

 

Zur gewünschten Erhöhung des Radverkehrsanteils in Lippstadt (= Ziel des VEP) sollten langfristig alle Ampeln in Lippstadt mit einer automatischen Erfassung des Radverkehrs zur Grünanforderung ausgerüstet werden – mindestens aber diejenigen, an denen dieser Komfort dem Kfz-Verkehr bereits seit Jahren selbstverständlich ist und ohne große Diskussion der Kosten eingeführt wurde.

 

Daher kann man jetzt (ohne umfangreiche, kostenträchtige Vorbetrachtungen) einfach mit den Ampeln entlang der geplanten Radkomfortrouten beginnen und Schritt für Schritt jedes Jahr weitere LSA umbauen, bis eine vollständige Umrüstung aller Anlagen und somit die – von BM Sommer immer wieder erwähnte – Gleichbehandlung aller Verkehrsarten erreicht ist.

 

Wenn erst einmal an allen LSA die erforderlichen Erfassungs- und Steuergeräte vorhanden sind, lassen sich Optimierungen hinsichtlich Programmen, Zeiten etc., die sich ggf. noch aus späteren Verkehrszählungen ergeben, leicht umsetzen.

 

Dass bei der 2016 beschlossenen LSA-Optimierung ausschließlich der Kfz-Verkehr, aber in keinster Weise die Auswirkungen auf den Fuß- und Radverkehr betrachtet wurde, war ein schweres Versäumnis. Daher besteht hier ein dringender Nachholbedarf. In Geduld geübt haben sich die Rad fahrenden Verkehrsteilnehmer jetzt schon mehrere Jahre – es besteht kein Grund, ihre Geduld noch länger zu strapazieren.

  

Handlungsleitend ist nun – wie im BUVA am 4. März 2020 angekündigt – die Liste der Ampelschaltungen zu überarbeiten und die Öffentlichkeit über die weitere Vorgehensweise zum Einsatz alternativer Anforderungssysteme für den Radverkehr an LSA zu informieren. Bisher gibt es jedoch keine Aktualisierungen hierzu.

   

Um für kurze Strecken eine stärkere Nutzung des Fahrrades als Alternative zum motorisierten Individualverkehr zu erreichen, ist es wichtig, dass der Ausbau einer fahrradfreundlichen Infrastruktur in Lippstadt schneller voran geht.

An die 

Straßenverkehrsbehörde des Kreises Soest

Verwaltung der Gemeinde Möhnesee

Fraktionen des Gemeinderats der Gemeinde Möhnesee von

Michael Hüttemann, Möhnesee/Dortmund

 

Tempo runter - Gefahren wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens in Möhnesee

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens am Möhnesee infolge des Lock-Downs gibt es dort erhöhte Gefahren im Straßenverkehr. 

Daher rege ich an, am Möhnesee die Regelgeschwindigkeit von 70 km/h auf 50 km/h herabzusetzen und auf weiteren sensiblen Abschnitten auf 30 km/h.

 

Zur Begründung einige Beispiele: 

Wegen des erhöhten KFZ-Verkehrs - insbesondere von Motorrädern am Wochenende - ist das Queren der Fahrbahn auf Straßen mit Tempo 70 extrem gefährlich.

  • Von der Kanzelbrücke zum Fuß- und Radweg an der Bahnhofsstraße und der Bus-Haltestelle bzw. umgekehrt
  • Die neue Querung dieses o.g. Fuß- und Radwegs über diese Straße (sie heißt dort "Im Möhnetal“) in einer engen Kurve und kaum einsehbar
  • Die Querungen zur Zufahrt zum Hofladen Abel, zu dem Parkplatz dort, zum Parkplatz Fischteich und zu allen Anliegern
  • Es werden z.B. Badeutensilien und Schlauchboote an vielen Stellen über die Straße getragen, besonders am Südufer.

Der Corona-Sicherheitsabstand zwischen Radfahrern und Fußgängern und untereinander kann auf den schmalen Rad- Fußwegen nicht eingehalten werden.

Der als benutzungspflichtig ausgewiesene Fuß- u. Radweg vom „Bahnhof“ Wamel bis Körbecke z.B. entspricht nicht der ERA und ist an vielen Stellen extrem schmal und ungeeignet und gefährlich für die vielen Radfahrer und Fußgänger. Bei Tempo 50 bzw. Tempo 30  könnte die Benutzungspflicht aufgehoben werden, so dass ein Teil des Radverkehrs auf die Fahrbahn verlagert würde. 

 

Bei maximal Tempo 50 wäre die Uferstraße voraussichtlich für Motorräder weniger attraktiv für Umrundungen. Das würde die Lärmbelästigungen reduzieren.

Rennradfahrer würden die Fahrbahn nutzen und nicht mehr die Rad- Fußwege; so dass es zu weniger Konflikte zwischen den Verkehrsteilnehmern kommt.

Die vielen Rennradfahrer sind Schrecken hilfsbedürftiger Fußgänger und Hundehalter z.B. auf dem Südufer des Wameler Beckens (der „Forststraße“) und gefährden Kinder.

 

Ich habe kein Verständnis, dass es z.B. auf der stark abschüssigen L857 in Stockum keinen Überweg und kein Tempo 30 gibt. 

 

Siehe auch den ADFC- Corona-Verkehrsleitfaden

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Vereins-E-Mail: info@adfc-kreisverband-soest.de

Christian Ringel, Lippstadt

(02941) 96 86 010

Klaus Kabst, Soest

(02921) 33 5 32

Rita Cordes, Warstein

(02902) 76 8 46

Christian Steinhaus, Lippetal

(02923) 65 37 5

      RADIUS

Pädagogisches Team:

Christine und Klaus Kabst

Anfragen zur Radfahrschule, gerne mit Festnetznummer, ein  Anrufbeantworter ist geschaltet unter:

+49 2921 98 17 000

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