Neue verkehrliche Situation beim Klinikum am Senator-Schwartz-Ring in Soest

Nachdem im November 2020 drei vitale stattliche Linden (Stammdurchmesser mindestens 40 cm) an der Einmündung vom Lülingsohr in den Senator-Schwartz-Ring beim Klinikum StadtSoest gefällt worden sind, um einen Rechts-/Links-abbiegestreifen für den Kfz-Verkehr bauen zu können, entstand dabei aber keinerlei Verbesserung für den links abbiegenden Radverkehr in Richtung AquaFun. Einzig und allein wird wieder mal dem Autoverkehr gedient, damit eine mögliche Wartezeit von 30 sec auf 15 sec verkürzt wird!

Böse Zungen würden jetzt sagen, die Kindermutter, die im SUV gerade ihren Sprössling in die KiTa gebracht hat, kommt jetzt schneller nach Hause. Dabei gibt es einen schönen Radweg vom Kindergarten in das Baugebiet am Ardey, wo nur einmal der gering belastete Paradieser Weg gequert werden muss. Autofahrende werden den Weg gar nicht kennen, weil man dort nicht Auto fahren kann…

Gegenüber dem vormaligen Zustand bis zum Herbst 2020 können sich jetzt die abbiegenden Autofahrer*innen nebeneinander aufstellen anstatt wie früher hintereinander. Die links abbiegenden Radfahrenden quetschen sich zwischen die Autos und müssen weiterhin die Abgase einatmen.

Hier wird wieder mal dem Autoverkehr gefrönt, der Natur der Garaus gemacht und alle Alternativen baulicher Art wurden von Stadt und Politik verworfen, weil diese „zu teuer“ geworden wären.

 

Und was hat‘s gebracht? Dem Radverkehr jedenfalls rein gar nichts.

 

Text: mscholz, Feb. 2021

Foto im Altzustand bis Herbst 2020 (mscholz), im Umbau Nov. 2020 (mscholz)

Aktuelles Foto folgt, sobald der Schnee weg ist.

Erste Kidical Mass in Soest am 20.09.2020

Foto C. Kabst: Eröffnung der Raddemo am Bahnhof Soest durch Bernd Ellersiek (VCD-Ortsgruppe Soest) am Mikro und Klaus Kabst (2ter Vorsitzender ADFC Soest) gelbe Sicherheitsweste

ADFC Soest und VCD Ortsgruppe Soest haben gemeinsam anlässlich des Weltkindertages am 20.09.2020 Kinder und Eltern dazu aufgerufen, mehr Platz für sich mit dem Rad zu fordern. Mit Anschluss an die bundesweite Kidical Mass sollte auch in Soest mit der Aktion auf die notwendige Sicherheit und Mobilität mit dem Rad in der Stadt und auf dem Weg zur Schule aufmerksam gemacht werden. Rund 70 Personen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ihren Touren-, Lasten- oder Cityrädern bildeten den bunten Rad-Korso vom Soester Bahnhof über das Osthofentor durch die Innenstadt zum Ulrichertor, abgesichert durch die Kreispolizeibehörde. Bernd Ellersiek vom VCD betonte beim Auftakt der Versammlung die Kinderrechte auf Schutz vor Gefahren, auf ein gesundes Leben und eine intakte Umwelt sowie das Recht auf Selbstbestimmung und Beteiligung. Viel Beifall fand die Forderung nach einer Verkehrswende und einer Stadt für Menschen, nicht für Autos. Entsprechend machte der Tross an Gefahrenstellen für den Schulweg Halt und am Ghost-Bike am Wisby-Ring. Das weißlackierte Rad steht dort zum Gedenken an den getöteten Schüler, der durch einen rechtsabbiegenden LKW sein Leben verlor. Klaus Kabst, zweiter Vorsitzender des ADFC Soest betonte, dass einige Kreuzungen durch Spenden über den ADFC mit Spiegeln ausgerüstet worden sind, damit der tote Winkel an den LKWs ausgeglichen werden kann. Noch sicherer werden die Straßen, wenn im gesamten Stadtgebiet die Höchst-geschwindigkeit auf 30 km reduziert werden würde. Beide Vereine fordern schon lange, dass Verkehrsströme mehr für die Menschen und weniger für die Autos in der Stadt geregelt werden. Innenstadtlogistik und Klimaschutz müssen neu gedacht und Konzepte gefördert werden, bei denen schwächere Verkehrsteilnehmende sicher ans Ziel kommen können und zwar Generationen übergreifend. Die Veranstalter sehen deshalb die erste Kidical-Mass als einen Auftakt, die Interessen von Radmobilisten jeden Alters und der Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, in der Klima- und Verkehrspolitik sowie Stadtentwicklung genauer unter die Lupe zu nehmen: „Wir möchten Beteiligung auf allen Ebenen und dazu unsere Kräfte bündeln“, versprechen sie, sodass weitere Aktionen folgen werden.

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