Fahrradstraßen geben Vorrang ?

Foto: Christine Kabst, Jakobistr./Ecke Jakobiwallstraße in Soest

Jüngste Fahrbahn-markierungen der neuen Fahrrad-straßen (Jakobistraße und Nöttenstraße) werden nicht von allen Auto- wie

Radfahrenden verstanden.

 

Zwei ausgewählte Originaltöne aus dem aktuellen ADFC-Fahrradklimatest 2021 zeigen, dass die Nutzung für Verkehrsteilnehmende unklar ist:

„Neben dem auch anderswo üblichen Zebrastreifen-Chaos (Fahrrad auf Radfahrstraße gegen Fahrrad auf unberechtigtem Zebrastreifen) sind nun häufig (Grundschul?-)Kinder rechts auf der Fahrbahn - ganz nah an den parkenden Autos vorbeifahrend - zu beobachten. Der dort markierte Seitenstreifen soll eigentlich Radfahrer vor sich plötzlich öffnenden Türen geparkter Autos schützen und sie auf der Fahrbahnmitte halten, stellt aus Sicht der Kinder nun aber eine ganz schmale Radspur dar, die sie befahren. Ärgerlich und gefährlich.

"Kürzlich beobachte ich auf der Nöttenstraße einen rad-fahrenden Senior, der sich vom hinter ihm fahrenden SUV bedrängt fühlte. Er wich von der Mitte der Fahrbahn auf den "Dooring-Schutzstreifen" aus, danach sich mühend das Gleichgewicht auf dem schmalen Streifen zu behalten auf den Bürgersteig in Höhe des Amtsgerichts, um das Auto vorbei zulassen. Der SUV beschleunigte dann auch sichtlich befreit vom Langsamverkehr."

Fahrradklima 2021 in Soest: 3,7

Mehr Rücksicht-nahme im Straßen-verkehr und Barriere-freiheit der Infrastruktur erwünscht

 

In der Detailbetrachtung der 402 Kommentare des örtlichen Fahrradklimas im Kreis Soest werden die Konflikte vor allem im innerstädtischen Verkehr deutlich, die mit der Dominanz von Planung und Ordnung aus Sicht des KFZ-Verkehrs tituliert werden. Belastend wirkt sich insbesondere aus:

  • die vorhandene Verkehrslast durch Lieferdienste oder in den Dörfern durch Landwirtschaftsverkehr,
  • im Vordergrund der Kritik stehen Einkaufssituationen oder riskante Querungen bzw.die fehlende Trennung von Rad-/Fuß- und Autoverkehr;
  • mehr Barrierefreiheit und Rücksichtnahme auf schwächere Verkehrsteilnehmende wird angemahnt.

Soest steht dabei an erster Stelle der Dringlichkeit, etwas zu unternehmen, direkt gefolgt von Warstein und Lippstadt. In allen - mit Geseke und Erwitte - fünf Kommunen, die in die Auswertung kamen, wird die Qualität der Radwege/-streifen und planerische Lösungen strittig diskutiert.

Neue verkehrliche Situation beim Klinikum am Senator-Schwartz-Ring in Soest

Nachdem im November 2020 drei vitale stattliche Linden (Stammdurchmesser mindestens 40 cm) an der Einmündung vom Lülingsohr in den Senator-Schwartz-Ring beim Klinikum StadtSoest gefällt worden sind, um einen Rechts-/Links-abbiegestreifen für den Kfz-Verkehr bauen zu können, entstand dabei aber keinerlei Verbesserung für den links abbiegenden Radverkehr in Richtung AquaFun. Einzig und allein wird wieder mal dem Autoverkehr gedient, damit eine mögliche Wartezeit von 30 sec auf 15 sec verkürzt wird!

Böse Zungen würden jetzt sagen, die Kindermutter, die im SUV gerade ihren Sprössling in die KiTa gebracht hat, kommt jetzt schneller nach Hause. Dabei gibt es einen schönen Radweg vom Kindergarten in das Baugebiet am Ardey, wo nur einmal der gering belastete Paradieser Weg gequert werden muss. Autofahrende werden den Weg gar nicht kennen, weil man dort nicht Auto fahren kann…

Gegenüber dem vormaligen Zustand bis zum Herbst 2020 können sich jetzt die abbiegenden Autofahrer*innen nebeneinander aufstellen anstatt wie früher hintereinander. Die links abbiegenden Radfahrenden quetschen sich zwischen die Autos und müssen weiterhin die Abgase einatmen.

Hier wird wieder mal dem Autoverkehr gefrönt, der Natur der Garaus gemacht und alle Alternativen baulicher Art wurden von Stadt und Politik verworfen, weil diese „zu teuer“ geworden wären.

 

Und was hat‘s gebracht? Dem Radverkehr jedenfalls rein gar nichts.

 

Text: mscholz, Feb. 2021

Foto im Altzustand bis Herbst 2020 (mscholz), im Umbau Nov. 2020 (mscholz)

Aktuelles Foto folgt, sobald der Schnee weg ist.

Erste Kidical Mass in Soest am 20.09.2020

Foto C. Kabst: Eröffnung der Raddemo am Bahnhof Soest durch Bernd Ellersiek (VCD-Ortsgruppe Soest) am Mikro und Klaus Kabst (2ter Vorsitzender ADFC Soest) gelbe Sicherheitsweste

ADFC Soest und VCD Ortsgruppe Soest haben gemeinsam anlässlich des Weltkindertages am 20.09.2020 Kinder und Eltern dazu aufgerufen, mehr Platz für sich mit dem Rad zu fordern. Mit Anschluss an die bundesweite Kidical Mass sollte auch in Soest mit der Aktion auf die notwendige Sicherheit und Mobilität mit dem Rad in der Stadt und auf dem Weg zur Schule aufmerksam gemacht werden. Rund 70 Personen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ihren Touren-, Lasten- oder Cityrädern bildeten den bunten Rad-Korso vom Soester Bahnhof über das Osthofentor durch die Innenstadt zum Ulrichertor, abgesichert durch die Kreispolizeibehörde. Bernd Ellersiek vom VCD betonte beim Auftakt der Versammlung die Kinderrechte auf Schutz vor Gefahren, auf ein gesundes Leben und eine intakte Umwelt sowie das Recht auf Selbstbestimmung und Beteiligung. Viel Beifall fand die Forderung nach einer Verkehrswende und einer Stadt für Menschen, nicht für Autos. Entsprechend machte der Tross an Gefahrenstellen für den Schulweg Halt und am Ghost-Bike am Wisby-Ring. Das weißlackierte Rad steht dort zum Gedenken an den getöteten Schüler, der durch einen rechtsabbiegenden LKW sein Leben verlor. Klaus Kabst, zweiter Vorsitzender des ADFC Soest betonte, dass einige Kreuzungen durch Spenden über den ADFC mit Spiegeln ausgerüstet worden sind, damit der tote Winkel an den LKWs ausgeglichen werden kann. Noch sicherer werden die Straßen, wenn im gesamten Stadtgebiet die Höchst-geschwindigkeit auf 30 km reduziert werden würde. Beide Vereine fordern schon lange, dass Verkehrsströme mehr für die Menschen und weniger für die Autos in der Stadt geregelt werden. Innenstadtlogistik und Klimaschutz müssen neu gedacht und Konzepte gefördert werden, bei denen schwächere Verkehrsteilnehmende sicher ans Ziel kommen können und zwar Generationen übergreifend. Die Veranstalter sehen deshalb die erste Kidical-Mass als einen Auftakt, die Interessen von Radmobilisten jeden Alters und der Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, in der Klima- und Verkehrspolitik sowie Stadtentwicklung genauer unter die Lupe zu nehmen: „Wir möchten Beteiligung auf allen Ebenen und dazu unsere Kräfte bündeln“, versprechen sie, sodass weitere Aktionen folgen werden.

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